Das Shanghai Museum

Das Shanghai Museum auf dem Platz des Volkes im Bezirk Huangpu ist allen Facetten der antiken chinesischen Kunst gewidmet. Das viertgrößte Museum Chinas beherbergt auf einer Fläche von mehr als 39.000 Quadratmeter über eine Million Objekte, darunter 120.000 nationale Kunstschätze, die bis zu 8000 Besuchern pro Tag spannende Einblicke in die chinesische Kunst und Kultur gewähren.

Skulpturen schmücken den Eingang des Shanghai Museum

Skulpturen schmücken den Eingang des Shanghai Museum

In 11 ständigen und 3 temporären Ausstellungen werden hier rituelle Gegenstände aus der chinesischen Bronzezeit, Möbelstücke aus den Ming- und Qing-Dynastien und eine umfangreiche Sammlung antiker Münzen von der Seidenstraße präsentiert. Zu den Exponaten zählen ebenso Zeichnungen, religiöse und mythologische Skulpturen sowie Kalligraphie, Jade und einige Werke aus Strömungen chinesischer Minderheiten.

Ein bedeutender Teil der Sammlung stammt aus den fünfziger und sechziger Jahren, als Sammler unter Druck gesetzt wurden, ihre Antiquitäten dem Staat zu überschreiben. Zu dieser Zeit explodierte der Markt förmlich.

Antikes Bronzegefäß im Shanghai Museum

Antikes Bronzegefäß zur Ausstellung

Gegründet wurde das Museum im Jahre 1952 an der Nanjing-West-Straße, 1996 wurde es am Platz des Volkes neu eröffnet. Der Architekt Xing Tonghe erschuf ein unverwechselbares Gebäude, das an ein “Ding” angelehnt ist – ein traditioneller, dreibeiniger Ritualgegenstand, Lebensmittelbehälter und Kochtopf.

Das Shanghai Museum - Frontansicht

Das Shanghai Museum

Das Museum beherbergt die “Min Chiu Research Library” und das in den sechziger Jahren gegründete “Laboratory for Scientific Conservation of Cultural Relics”. Die Kuratoren und Restauratoren gelten als herausragende Experten auf ihren Gebieten.

Xu-Shanghai-MuseumTraditionelles Xu – ein mit Ornamenten reich beschmückter Lebensmittelbehälter

Ma Chengyuan

Die Rettung unzähliger Kunstschätze aus der Sammlung des Museums wird dem langjährigen Direktor Ma Chengyuan zugeschrieben, der durch seine weitreichenden Beziehungen und eine umfangreiche Spendensammlung auch die Neueröffnung des Museums ermöglichte, die im damaligen Fünfjahresplan nicht vorgesehen war.

Ma, zu Lebzeiten eine Koryphäe auf dem Gebiet antiker chinesischer Bronzen, soll während der chinesischen Kulturrevolution eine Gruppe der Roten Garden von der Verwüstung des Museums abgehalten haben, indem er ihnen durch rote Armbinden vortäuschte, seine Mitarbeiter seien selbst Revolutionäre. Vom Revolutionseifer beseelt übernahm der extremistische Teil des Personals nur wenig später die Kontrolle über das Museum.

Ihm wurde vorgeworfen, sich durch den Verkauf von Reliquien persönlich bereichert zu haben. Er wurde laut einem Artikel der South China Morning Post insgesamt 9 Monate lang festgehalten und zu einem Geständnis gedrängt. 5 Jahre verbrachte er in einem “Umerziehungslager”.

1985, neun Jahre nach dem Ende der Kulturrevolution wurde er zum Direktor des Museums ernannt und leitete es bis 1999. Gesundheitlich angeschlagen, verbittert und depressiv begang er 2004 Selbstmord – ein herber Verlust für Wissenschaft und Kunstszene.

Chinesisches-Rollbild-Seide-BrokatReplik des Werkes “Die Gelehrten” auf Brokat

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